Medien-Shop / Downloads

Was ist Glauben? (vergriffen)

"Glauben heißt: nicht wissen", sagen viele Menschen. "Ich glaube, daß morgen das Wetter gut wird", ist ein oft zu hörender Satz. Also versteht man unter "glauben" ein Vermuten, ein Für-wahr-Halten, ein sehnsüchtiges Wünschen oder Hoffen. Das Wort "Glauben" hat im Laufe der Jahrhunderte eine Abwertung erfahren. Es ist von einem grundlegenden Begriff zu einem Ausdruck für vages Hoffen mit geringer Wahrscheinlichkeit der Erfüllung geworden.

Was versteht man aber unter "an Gott glauben" ?

Wenn Menschen davon sprechen, meinen sie meistens: Ich nehme an, daß Gott existiert. Ihr "An-Gott-Glauben" steht bestenfalls in einer Beziehung zu ihrer Religiosität - manche vermuten nur, daß Gott da ist - andere wünschen oder hoffen es - wieder andere halten es jedoch für unwahrscheinlich - und schließlich gibt es Leute, die von Gottes Existenz überzeugt sind, wenn sie auch keine Vorstellung von ihm haben. Es wird eine Vielfalt von Antworten gegeben. Den wirklichen Sinn von "glauben" erfassen sie aber alle nicht.

Hat das Wort "glauben" denn noch einen tieferen Sinn?

Ja, denn unser Wort "glauben" ist aus dem altdeutschen Wort "geloben" entstanden. Wenn zwei Menschen sich gegenseitig Treue geloben, so glauben sie einander. So verstanden handelt es sich beim "Glauben" um ein Sich-Öffnen für eine andere Person, um ein "Sich-Anvertrauen". Zugleich setzt man uneingeschränktes Vertrauen in die Aufrichtigkeit des anderen Menschen.

Natürlich enthält solches "Glauben" auch den Wunsch, mit ihm im Gespräch zu sein, mit ihm zu planen, zu arbeiten und mit ihm Gemeinsames erleben zu können. Glauben ist also eine Lebenshaltung und prägt unser Denken.

Ist Glauben aber nicht doch unzuverlässiger als exaktes Denken?

Unzuverlässiger als exaktes Denken ist das Vermuten, das Wunschdenken oder Für-wahr-Halten unbegründeter Thesen. Damit aber hat das in der Antwort auf die vorige Frage beschriebene Wort "Glauben" nichts zu tun. Als zuverlässig erweist sich exaktes Denken, wenn seine Ergebnisse sich auf die Probe stellen lassen.

Dieser Schritt vom Denken zum Erfahren setzt erwartungsvolles Vertrauen-Wollen voraus. In manchen Bereichen des Alltags ist uns das eine Selbstverständlichkeit: Ein zu Hause studiertes Kursbuch überzeugt mich noch nicht von der Zuverlässigkeit der Bahn, sondern erst wenn ich in den erwarteten Zug einsteige, gelange ich an mein Ziel. Ein Wegweiser an einer Straße erweist sich mir in der Regel als zuverlässig, nicht wenn ich nachdenklich davor stehenbleibe, sondern wenn ich in die angezeigte Richtung fahre. Will ich mich von den Fahreigenschaften eines Autos überzeugen, gebe ich mich nicht mit dem Studium der technischen Daten in der Betriebsanleitung zufrieden, sondern ich setze mich zu einer Testfahrt in den Wagen.

In diesen wie in vielen anderen alltäglichen Begebenheiten bringt erst ein Mich-Anvertrauen, nämlich der Glaube, ein zuverlässiges Ergebnis. Das exakte Denken geht dabei den Schritt durch das Experiment bis zum Ergebnis mit.

C. F. von Weizäcker spricht davon, daß ohne Vertrauen in naturwissenschaftliche Zusammenhänge Forschung nicht möglich sei. Wissenschaftlich-technisches Denken kommt genauso wenig wie der Freivortrieb beim Brückenbau ohne Vertrauen auf konkrete Erfahrungen zu brauchbaren Ergebnissen.

Entspricht solches Glauben etwa dem christlichen Glauben?

Jesus Christus forderte zu genau solchem Glauben in bezug auf seine Person auf 1 . Er bietet allen die Möglichkeit an, sich von der Zuverlässigkeit seiner Aussagen über den Menschen, über Gott und seinen Plan mit dieser Welt selbst zu überzeugen. Noch mehr: Durch das persönliche Erfahren der Zuverlässigkeit dieser Aussagen kann jeder bis heute die Gottessohnschaft der Person Jesus Christus erkennen 2 .

Das Vertrauen darauf, daß dieser Jesus Christus in seiner Person und mit seinem ganzen Leben, Sterben und Auferstehen das Handeln Gottes ist, ist das Zentrum des christlichen Glaubens 3 . Im Hebräisch der Bibel wird vom Glauben auch in dem Sinn gesprochen, daß es ein Vordringen zum Wesen ist. Der Glaubende bleibt also nicht beim Unwesentlichen stehen 4 .

Wie kann man denn zu solchem Glauben gelangen ?

Wer auch immer Verlangen danach hat, eine persönliche Vertrauensbeziehung zu Gott zu erhalten, wird merken, daß die Verbindung zwischen uns Menschen und Gott offensichtlich nicht intakt ist. Aber hinter dieser Tatsache steht kein Punkt. Gott hat von sich aus den Weg zu uns Menschen gesucht und freigemacht. Wie, davon gibt uns die Bibel Kenntnis. Im Bild gesprochen: Durch sein Handeln in Jesus Christus hat Gott uns angerufen. Glauben heißt nun "den Hörer abnehmen" und hören wollen, was Gott uns sagt, und danach tun 5 . Glauben schließt das hörende Beten ein.

Welche Informationen hat Gott von sich gegeben?

Gottes Weg zu uns war es, in seinem Sohn Jesus Christus eine Zeitlang unmittelbar unter uns Menschen zu leben. Alle Informationen über Gott werden von Jesus Christus ausgesprochen. Und mit seinem Wort hat er sein Leben verbunden. Jesu Tod am Kreuz ist Gottes entscheidende Information an uns 6 . Man kann aus eigener Kraft nicht in die Gemeinschaft mit Gott kommen, weil unser Leben von Anfang an im Losgelöst-sein, im Getrenntsein von Gott, in der Sünde verläuft 7 . Gott aber wendet sich uns zu, indem Jesus Christus an unserer Stelle in seiner Hinrichtung am Kreuz den Tod starb, den wir wegen unserer Sünde verdient haben 8 .

Wie soll ich auf diese Informationen reagieren ?

Es gilt, Gott darauf zu antworten. Das ist möglich im Gebet. Ich darf mit ihm über meine Sünde und all ihre Folgen in meinem Leben sprechen und ihn um Vergebung bitten 9 . Und Gott vergibt dem, der ihn aufrichtig bittet, und schenkt ihm einen völligen Neuanfang für sein Leben, befreit von jeder Vorlast. Wer das erlebt, für den ist das Danken nichts Ungewöhnliches, und er wird sein Leben Schritt für Schritt durch den ständigen Austausch mit Jesus Christus durchdringend erneuern lassen 10 .

In welcher Weise wirkt der Glaube auf mein Leben ?

Glauben schließt solches Vertrauen, Zutrauen und Sich-Anvertrauen ein. Solches Glauben verändert und erneuert mein Leben von Grund auf, weil ich dann einen neuen Herrn habe.
In der Befehlszentrale meines Lebens hat ein Kommandowechsel stattgefunden. Ich stehe unter der Anweisung und dem Energiezustrom von Jesus Christus, wenn ich ihm als meinem Befreier von meiner Sünde und als meinem alleinigen Herrn Treue gelobt habe 11 .

Mein Glaube an Gott den Herrn besteht also nicht in einem bloßen Für-wahr-Halten der Existenz Gottes, sondern in dem Entschluß, Gott mein Leben zur Verfügung zu stellen. Durch Gehorsam zu Gottes Wort lasse ich mich zu einem Werkzeug in seiner Hand umgestalten 12 . Glaube steht also nicht still bei einem Wunschdenken über Gott, sondern verändert und bewirkt ein Wachstum 13 . Glauben im Sinne der Bibel ist ein Von-Christus-Ergriffen-sein 14 , ein Lebensweg im Gehorsam gegenüber ihm 15 . Und mein Herr Jesus Christus stellt sich zu meinem Glauben, indem er mir für meinen Glaubensweg immer neu den Mut, die Kraft, die Gewißheit und die Bestätigung gibt. Solches Glauben läßt sich nicht diskutieren, sondern nur leben 16 !
Zum Vergleich die entsprechenden Bibelstellen:

1 Johannesevangelium 3, 36
2 Johannesevenagelium 7, 17
3 1. Korintherbrief 15, 12 - 19
4 1. Mose 15, 6
5 Matthäusevangelium 7 24 - 27
6 Epheserbrief 2, 14 - 18
7 Römerbrief 3, 23
8 1. Petrusbrief 2, 24
9 Johannesevangelium 6, 37
10 Römerbrief 12, 2
11 Apostelgeschichte 9, 1 - 20
12 Philipperbrief 2, 13
13 2. Thessalonicherbrief 1, 3
14 Philipperbrief 3, 12 - 14
15 Hebräerbrief 11, 8
16 Apostelgeschichte 16, 31

Deutscher Christlicher
Techniker-Bund e.V.
Postfach 11 22
70807 Korntal-Münchingen
Tel. 07 11 / 8 38 08 28
Fax 07 11 / 8 38 08 29
E-Mail: info@dctb.de