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Wer ist Jesus Christus?

Was heißt überhaupt Christentum ?

"Das Christentum ist die Summe aller Irrtümer, die sich um Jesus Christus gerankt haben." Weithin versteht man unter Christentum die Wesenszüge des sogenannten Abendlandes, seine Moralvorschriften, seine guten geschichtlichen Leistungen, die christliche Kunst und die herrlichen Dome. Im christlichen Glauben aber geht es um die Person Jesus Christus, nicht um die weltlichen Auswirkungen seiner Lehre, und seien sie noch so gut. Die Person Jesu steht im Brennpunkt aller Auseinandersetzungen. Jesus selbst fragte: "Was sagt denn ihr, wer ich bin?" 1 . Diese Frage ist heute noch genauso herausfordernd wie damals. Die aufsehenerregenden, nahezu fantastisch klingenden Ansprüche Jesu verlangen eine stichhaltige Antwort. Deshalb müssen wir zunächst die Tatsachen betrachten.

Wer war Jesus, und was tat er ?

Er war ein Zimmermann, der in einer kleinen Stadt des Vorderen Orients zur Zeit des römischen Weltreiches lebte. Sein Wirken in der Öffentlichkeit beschränkte sich auf die wenigen letzten Jahre seines kurzen Lebens und war scheinbar erfolglos. Er zog umher und heilte Kranke, half, wo es nötig war, lehrte und predigte. Seine Liebe zu den Menschen ging so weit, daß er sich im Dienst für andere verzehrte. Dabei lernte er Hunger, Heimatlosigkeit und Müdigkeit kennen. Er kannte die tiefe Trauer beim Tode eines Freundes und lernte die Einsamkeit kennen, als er von allen verlassen wurde. Er lebte in einem unterworfenen Land, in einer unruhigen, von Gewalttätigkeiten erfüllten Zeit, verfiel aber selbst diesem Zeitgeist nicht. Er freute sich über die Gemeinschaft mit anderen und behandelte die Ausgestoßenen, die Unerwünschten und die Asozialen wie Freunde. In seiner Fürsorge und in seinem Interesse für diese kannte er keine Grenzen. Obwohl er einen festen Charakter und einen starken Willen hatte, begegnete er den Schwachen und Hilflosen mit gütiger Freundlichkeit. Aber wo er Böses und Ungerechtigkeit fand, verurteilte er dies ohne Furcht.

Was beanspruchte Jesus ?

Während jener Zeit rief er immer wieder und mit Vollmacht dazu auf, ihm nachzufolgen 2 . Er überließ es nicht den Menschen, selbst herauszufinden, wer er war, sondern sagte zu ihnen: "Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird keinen Hunger leiden" 3 . - "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis leben" 4 . - "Ich bin der Weg ...; niemand kommt zum Vater denn durch mich" 5 . - "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen" 6 . Dieses sind herausfordernde Ansprüche, aber er bewies seine Vollmacht, indem er zum Beispiel in einer wunderbaren Weise eine große Menschenmenge sättigte oder ein anderes Mal einen blindgeborenen Mann sehend machte oder gar Tote zum Leben erweckte.

Aber er ging noch weiter: Er beanspruchte, der Sohn Gottes zu sein - in einer so engen Weise mit Gott verbunden zu sein wie kein anderer Mensch. "Ich und der Vater sind eins" 7 . So und ähnlich hat Jesus immer wieder von seinem Verhältnis zum Vater gesprochen. Bei seinem Verhör lautete die Anklage, die ihm schließlich das Todesurteil einbrachte, er habe offen beansprucht, der Sohn Gottes zu sein 8 . Damit hatte Jesus gemeint, daß er mit Gott eins sei 9 . Dieser Anspruch bekam noch mehr Gewicht, als er sagte, daß jeder, der ihn sehe, Gott sehe 10 . Wer ihn kenne, kenne Gott 11 . Zur Unterstreichung dieser verblüffenden Ansprüche führte er ein einzigartiges Leben.

Es geschahen Wunder; beachtenswerte prophetische Aussagen wurden erfüllt; nachdem man ihn getötet hatte, wurde er selbst zum Leben auferweckt, und Millionen sind heute lebendige Zeugen dieser Tatsache.

Welche Vollmacht hatte Jesus ?

Jesus Christus beanspruchte, mit Vollmacht Sünden vergeben zu können 12 . Er hatte Vollmacht, Kranke zu heilen 13 ; er zeigte seine Gewalt über die Natur, als er eine stürmische See beruhigte 14 . Er erklärte, alle Macht über das Weltall zu haben 15 , Macht über den Tod 16 und Macht, die Menschen je nach ihrer Einstellung zu ihm zu richten 17 .

Welchen Charakter hatte Jesus ?

Christus tat niemals etwas Unrechtes. Er war bis ins letzte korrekt. Er war ohne jede Schuld. Seine Feinde, die ihm oft Fallen zu stellen suchten und ihn eifrig beobachteten, ob bei ihm auch nur ein kleines Anzeichen eines Fehlers zu entdecken sei, konnten auf seine Herausforderung nicht eingehen: "Wer von euch kann mich wegen einer Sünde anklagen?" 18 .

Seine Freunde, die mit ihm durch dick und dünn gingen und täglich unmittelbar mit ihm zusammenlebten, konnten aufrichtig sagen: "Er tat keine Sünde" 19 .

Er selbst war moralisch vollkommen, und doch war er denen zutiefst zugetan, die gestrauchelt waren. "Kommt alle her zu mir". So lautete seine oft wiederholte Einladung.

Aber warum wird mit so viel Nachdruck von seinem Tode gesprochen ?

Etwa ein Drittel des Johannesevangeliums ist allein dem letzten Lebenstag Christi gewidmet. Warum? Weil Jesus erklärte, daß er gerade nicht deswegen auf die Erde gekommen sei, um unter den Menschen zu leben, sondern um für sie zu sterben 20 . Sein Tod war das Entscheidendste seines Lebens. Dieser war Hunderte von Jahren vorausgesagt worden 21 . Wie auch immer sie waren, Jesus liebte die Menschen so sehr, daß er an ihrer Stelle sterben konnte. Er erklärte vollmächtig und eindeutig, daß als Folge seines Todes jedem, der an ihn glaube, Vergebung und neues Leben zugesagt sei 22 .

Jesus lebt heute noch!

Seine Auferstehung bestätigt seinen Anspruch, der Sohn Gottes zu sein. Sie weist sein Recht auch auf den Anspruch nach, daß er wegen unserer Übertretung für uns gestorben ist. Die schreckliche Folge unserer Sünde ist unser Tod, aber Jesus trat an unsere Stelle. Dadurch, daß er der Retter der Menschen geworden ist, hat er es uns ermöglicht, zu Gott zurückzukehren. Wenn wir bleiben, wie wir sind, werden wir auch weiterhin von Gott getrennt bleiben. Wenn wir aber an dem teilhaben möchten, was Jesus tat, wenn wir uns unsere Sünden vergeben lassen und ein neues Leben erhalten haben, werden wir auch ständig bereit sein, auf ihn zu hören. Er lädt alle Menschen ein, zu ihm zu kommen, ihr Vertrauen auf ihn zu setzten und ihr Leben zur Einsicht zu öffnen und seinem Willen zu unterstellen. Weil er Gott ist, hat er auch das Recht, diese höchste Forderung zu stellen. Sein Opfer verdeutlicht seine Liebe.

Das sind die Tatsachen. Wie wir dazu Stellung nehmen, das ist nun unsere Sache.
Zum Vergleich die entsprechenden Bibelstellen:

1 Matthäus 16, 15
2 Matthäus 19, 21
3 Johannes 6, 35
4 Johannes 8, 12
5 Johannes 14, 6
6 Johannes 6, 37
7 Johannes 10, 30
8 Lukas 22, 70
    Johannes 19, 7
9 Johannes 5, 18
10 Johannes 12, 45
11 Johannes 8, 19    
12 Markus 2, 5 + 7
13 Markus 1, 34
14 Matthäus 8, 27
15 Matthäus 28, 18
16 Johannes 10, 18
17 Johannes 3, 36
18 Johannes 8, 46
19 1. Petrusbrief 2, 22
20 Matthäus 20, 28
21 Jesaja 53
22 Matthäus 26, 28
Römerbrief 3, 22 - 26

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