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Leseprobe aus Das Fundament 3/2012


Christen kennenlernen und für die Firma beten


Ein Briefwechsel


Betr.: Betriebsgebetskreis - ein guter Tipp


Hallo Reinhold, herzlichen Dank für die Auswahl des diesmaligen Referenten für unser Regionaltreffen! Die beiden Vorträge waren hochinteressant und wichtig für mich und alle, die da waren ...

Ich habe heute nochmal auf der DCTB-Webseite die „Geschichte des DCTB“ durchgelesen. Dabei ist mir wieder ganz neu der Begriff „Betriebsgebetskreis“ ins Auge gesprungen. Mir liegt viel daran, auch für meinen Arbeitgeber und die Kollegen zu beten. Zugleich scheint mir, als würden die meisten Christen im Beruf mehr oder weniger bewusst ein Einzelgänger-Dasein führen. Man kennt die anderen nicht, noch erkennt man sie, und hat daher auch keinen Kontakt.
Führt Ihr eigentlich eine Liste oder habt Ihr in der Datenbank außer den DCTB-Mitgliedern auch andere Freunde? Könnte man da nicht Geschwister, die im gleichen Unternehmen, am selben Standort arbeiten, aufeinander aufmerksam machen? Ich würde hier gern zu anderen stoßen, die auch Geschwister sind, um mit ihnen vielleicht einen Gebetskreis anstoßen zu können.
Hast Du irgendwelche Tipps, was man unternehmen könnte, um einander zu finden?

Liebe Grüße, Dein Ralf



Betr.: Betriebsgebetskreis - ein guter Tipp


Lieber Ralf, vielen Dank für Deinen Kommentar zu Eurem letzten Regionaltreffen. Ich wünsche mir so und bete darum, dass durch solche Veranstaltungen nicht nur manche ethische Frage beantwortet wird und Jesus Christus einen neuen Stellenwert bekommt, sondern dass darüber hinaus „nachhaltige“ Beziehungen zum DCTB entstehen.

Zu Gründung und Gestaltung eines Betriebsgebetskreises sowie zur Werbung kann Dir Jürgen aus eigener Erfahrung am besten Auskunft geben. Sprich ihn mal an. Weitere Querverbindungen lassen sich über die Liste auf unserer Homepage herstellen:
http://www.dctb.de/dctb/beruf/bete-und-arbeite.php. Schreibe die Leute doch einfach mal an. Es würde mich sehr interessieren, was Du erfährst.

So viel für heute in aller Kürze, Dein Reinhold



Betr.: Betriebsgebetskreis - ein guter Tipp


Lieber Ralf, ... das ist eine interessante Frage! Ja, wie bin ich mit anderen Christen in meiner Firma zusammengekommen? Ich habe einfach Leute, die sich „auffällig“ benahmen, angesprochen und gefragt, ob sie denn Christen seien. Solche Auffälligkeiten waren zum Beispiel Bemerkungen in Gesprächen, bei denen ich dachte: „Der muss Christ sein!“ Dann sah ich einen Fisch auf einer Krawatte oder als Anstecker am Jackett oder da war jemand, der vor dem Essen in der Kantine offensichtlich betete.

Im ersten Fall waren es meist keine Christen, sondern eher Humanisten. Einer allerdings bezeichnete sich dann doch als gläubig, er möchte sein Christsein jedoch lieber alleine, privat leben. Bei Fischanstecker und Krawatte handelte es sich einmal um einen Angler (!), beim zweiten Mal einfach um jemand, der den Anstecker ohne Wissen um die Bedeutung einfach schön fand.

Von den beiden betenden Kollegen war einer aus einer bekannten Sekte. Den haben wir, um unnötige Diskussionen zu vermeiden, nicht zum Gebetskreis eingeladen. Der zweite glaubt „in unserem Sinne“. Da hatte ich den ersten Bruder gefunden! Nachdem einer aus unserer Gemeinde in unsere Firma wechselte, da waren wir drei!

Und während der letzten ProChrist-Evangelisation schaltete jemand am elektronischen schwarzen Brett unserer Firma unter „Gesucht/Gefunden“ eine „Anzeige“ für ProChrist. Dort bieten manchmal Kollegen ihre Konzertkarten an und er nutzte die Gelegenheit, um zu ProChrist einfach einzuladen. Ich sprach ihn an. Und siehe da, wir waren vier und legten los!

Der vor dem Essen betende Christ kannte eine gläubige Frau, die gerne dazukam, und beim Messeeinsatz mit dem DCTB auf der Electronica in München traf ich eine Christin, die zu uns auf den Stand kam; sie wiederum wusste von einem Christen in unserer Firma, der in ihre Gemeinde geht. Ich nahm Kontakt auf - und er kam zum Gebetskreis dazu, kannte selbst ebenfalls einen weiteren Christen und brachte ihn mit. So lief das bei uns ...

Was kannst Du also tun?
1.) Beten, dass Jesus die Kontakte zu anderen Christen herstellt.
2.) Ja, wie Du es schon machst: Einen christlichen Kalender auf den Tisch stellen, als Bildschirmschoner ein nettes Motiv mit einem eindeutigen Wort schalten, in der Kantine vor dem Essen beten. Wir sollten ruhig öffentlich zum Herrn Jesus stehen. Die direkten Kollegen müssen wissen, dass Du an Jesus glaubst.
3.) Mitarbeit auf dem DCTB-Stand während der Münchner Electronica vom 13.-16.11.2012.
4.) Bei anderen Gemeinden anfragen. Ich habe meinen Zahnarzt gebeten, in seiner Gemeinde nach Angehörigen meiner Firma Ausschau zu halten. Das hat aber bisher nichts gebracht.
5.) Legale Möglichkeiten, wie die erwähnte Anzeige am Schwarzen Brett, „frech“ nutzen.
6.) Die Augen in der Kantine aufhalten!
7.) Gebetsunterstützung durch Leute in Deinem Bibelkreis und der Gemeinde suchen.


Übrigens : Punkt 2 mag vielleicht zunächst nichts bringen. Wenn in Deinem direkten Umfeld keiner an Jesus glaubt, findest Du unter ihnen keine Gleichgesinnten. Aber vielleicht erzählt einer Deiner Kollegen einem anderen, der sich auch „so merkwürdig verhält“, von Dir. Habe ich so gerade auf einer Dienstreise erlebt: Ich betete vor dem Essen, und der mitreisende Kollege wollte von mir wissen, in welche Kirche ich gehe. Und ob ich auch an die biblische Schöpfungslehre glaubte. Er hätte da so einen Kollegen...! Ich musste grinsen: der Kollege, von dem er sprach, war der betende Christ, der bei uns dabei ist.

Gleichwohl: Wir sind fast 2000 Leute an unserem Standort, doch im Gebetskreis sind wir derzeit regelmäßig nur vier Personen - und oft sind wir zu dritt. Einige, die dazukamen, gingen wieder. Manche Christen wollen nicht mitmachen, aus verschiedenen Gründen. Ja, es ist ein zähes Geschäft.

Meiner Meinung nach ist eines ganz entscheidend - und da kannst du bei Euch in der Gemeinde etwas zum Entstehen solcher Kreise beitragen: Christen sind vor allem am Arbeitsplatz Licht und Salz und weniger in der Gemeinde! Das muss endlich in die Köpfe der Geschwister und - vor allem - in die der Pastoren!

Das bedeutet, dass Christen immer wieder aktiv dazu aufgefordert und motiviert werden müssen, beispielsweise am Arbeitsplatz nach anderen Christen zu suchen und sich mit ihnen zum Gebet zu treffen. Wenn es - wie bei uns in zwei Fällen geschehen - wegen zu viel Engagement in der Gemeinde scheitert und der Termin morgens früh in der Firma deshalb gestrichen werden muss, läuft meiner Meinung nach etwas falsch. Und das ist die Verantwortung der Gemeindeleiter und Pastoren.

Nun hoffe ich, dass Dir meine Ausführungen etwas helfen? Ich schicke die Email mal in Kopie an Reinhold nach Korntal ...

Liebe Grüße und Gottes Segen für Deine Suche nach anderen Christen am Arbeitsplatz,
Dein Jürgen

Deutscher Christlicher
Techniker-Bund e.V.
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