
Leseprobe aus Das Fundament 1/2010
Beten am Arbeitsplatz -
Herausforderung und Geschenk?
Reinhold Wennagel, Korntal, Geschäftsführer des DCTB.
Betriebsgebetskreise sind eine gute Erfindung. Da treffen sich Kollegen aus verschiedenen Abteilungen einer Firma zum gemeinsamen Gebet. In der Regel geschieht das einmal in der Woche. Eigentlich ist es gar nichts Besonderes. Das dachte auch der Werkstudent, der einen Abteilungsleiter als Christ kennen gelernt hatte. Durch ein stilles Tischgebet in der Kantine hatte sich dieser nämlich „verraten“. Der Jüngere sprach den Älteren an und gab sich als „Bruder“ zu erkennen. „An unserer Fachhochschule gehe ich in einen Studenten-Gebetskreis. Gibt es eigentlich hier in der Firma keinen Betriebsgebetskreis?“ Nein, daran hatten sie noch nicht gedacht, obwohl der Ältere auf Anhieb allein in seinem Werksbereich fünf Christen kannte. Nach wenigen Wochen trafen sich sechs Christen zum ersten Gebetstreffen.
Wenn Mitarbeiter für die Firma beten, bringen sie strukturelle oder finanzielle Notsituationen des Betriebes genauso vor Gott wie das „Betriebsklima“ ganz allgemein. Der zwischenmenschliche Bereich, das Verhalten und Verhältnis von Einzelnen innerhalb der Abteilungen und darüber hinaus, ist immer „gut“ für belastende Spannungen. Gott will für alle Dinge gebeten sein – in Jesu Namen.
Jeder Kreis hat eine Mitte
Jesus Christus verspricht seine besondere Gegenwart selbst kleinsten Gruppen von „zwei oder drei“ Christen. Er ist der, dem alle Ehre gebührt, dem Dank für Erfolg gesagt wird, für den aber auch Sorgen oder unlösbare Probleme kein Problem sind. Die Gebetstreffen verliefen recht ermutigend, nachdem die Kollegen vereinbart hatten: „Die Zeit ist begrenzt. Ein kurzes Bibelwort, am Anfang vorgelesen, sollte als Einstieg genügen, wir halten keine Bibelstunde, sondern lassen uns durch Gottes Wort zum Beten ermutigen und auf Jesus ausrichten.“ Alle waren einverstanden und erleichtert, dass da keine Zusatzbelastung mit vorzubereitenden Referaten erwartet wurde.
Oft gibt es noch andere Christen
In der Tat: Die meisten im Kreis kannten bereits weitere Kollegen, die so nach und nach persönlich angesprochen wurden. Teilweise entstanden auch Kontakte durch Fisch-Aufkleber auf Autos. Allerdings musste man diese „Fische“ manchmal mühsam angeln und nicht jeder hatte Interesse. Ein Artikel in der Firmenzeitung war eigentlich die beste Werbung – allerdings nicht ohne spöttische Reaktionen. Eine Folge davon war dann, dass man sich nach einiger Zeit außerhalb der Firma in einem nahegelegenen Gemeindesaal treffen musste. Die Personalabteilung wollte zwischen politischer Agitation und den Gebeten von Christen nicht unterscheiden.
Inzwischen ist dieser Firmengebetskreis schon viele Jahre „in Betrieb“. Andere wurden neu gegründet, nicht zuletzt aufgrund einer Broschüre mit dem Titel „Know how – Betriebsgebetskreis“, die vom DCTB herausgegeben wurde und unter info@dctb.de angefordert werden kann.
Eine kleine Kontaktbörse
wurde im Laufe der Zeit unter http://www.dctb.de/dctb/beruf.php aufgebaut. Weitere Kreise werden gerne in die Liste aufgenommen, sobald sich Kontaktpersonen dafür melden. Schauen Sie mal rein! Vielleicht sind unter unseren Lesern aber auch solche, die schon längere Zeit den Gedanken haben, in der Firma für die Firma und die dort Beschäftigten zu beten. Fangen Sie doch an! Noch nie war die Fürbitte so wichtig wie heute! Andere könnten über Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Betriebsgebetskreis Bücher schreiben. Fangen Sie an – zunächst vielleicht mit einem kurzen Bericht, der im Fundament veröffentlicht werden kann. Nehmen Sie Verbindung mit uns auf.
Im Rahmen des DCTB e.V. besteht auf speziellen Seminaren für Berufstätige die Möglichkeit zum Austausch. Hier kann man über den Firmentellerrand hinaus schauen. Zwei Wochenenden pro Jahr sind mit unterschiedlichen Akzenten dem Thema „Christsein im Beruf“ gewidmet. Die Seiten 28 - 31 in dieser Ausgabe >Das Fundament< empfehlen wir deshalb ganz herzlich Ihrer Aufmerksamkeit.
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