Leseprobe aus Das Fundament 1/2010
Google Earth und Co
INTERGEO 2009 Karlsruhe
Ein Bericht von Elke Friebe, Kornwestheim, die seit einigen Jahren zur Stammmannschaft des Intergeo-Teams des DCTB gehört.
Die INTERGEO - früher Geodätentag - ist eine Messe mit internationalem Fachpublikum. Vermessungsingenieure, Kartographen, Spezialisten und Anwender von Geoinformationssyste¬men aus der freien Wirtschaft und den Verwaltungen – kurz die Welt von Google Earth und Co trifft sich hier. Diese Messe gewinnt zunehmend an internationalem Charakter, hat aber auch ein regionales Gesicht, dadurch dass der Standort innerhalb Deutschlands jedes Jahr wechselt. Der DCTB nutzt seit über 20 Jahren diese offene Tür und ist mit einem missionarischen Stand dabei. Die meisten Mitarbeiter im Team arbeiten oder arbeiteten im weitesten Sinne in der Vermessungsbranche. So können wir von Techniker zu Techniker mit unseren Berufskollegen ins Gespräch zu kommen. Manche Besucher sind etwas irritiert und fragen, wie wir dazu kommen, hier auf der Messe zu stehen - und schon sind wir im Gespräch über das, was uns selbst so wichtig ist.
Die „Wand“
Unser erweiterter Messestand ist ein echter Blickfang. Inzwischen ist er auf eine beachtliche Länge von über 20 Metern angewachsen und dokumentiert auch ein Stück Messegeschichte. Dies wird auch von der Messeleitung geschätzt und sie stellt uns jetzt schon jahrelang einen guten Platz zur Verfügung. Jedes Jahr kommt ein neues Messemodell hinzu, eine christliche Interpretation des offiziellen Messeplakates und Messemottos. Die originellen und handwerklich schön gemachten 3-D-Modelle stellen jeweils eine christliche Kernaussage dar. Walter Böcking, unser „Künstler“, lebt immer schon das ganze Jahr mit dem neuen Modell. Karlsruhe als die die Stadt des Rechts stand beim diesjährigen Modell gedanklich Pate. Es stellt die Waage der Gerechtigkeit vor Gott dar und das „Gewicht“ des Kreuzes Jesu, das die persönliche Ungerechtigkeit vor Gott aufwiegt für den, der glaubt.
Im Gespräch
Die Modelle können einen guten Anknüpfungspunkt geben. Mit der einleitenden Fra¬ge: „Darf ich Ihnen eines unserer Messemodelle etwas genauer erklären?“ lässt sich so mancher Besucher bereitwillig das ein oder andere Modell erklären. Damit hat er schon eine wichtige Aussage des Evangeliums mitbekommen. Wenn es gut geht, entsteht daraus ein persönliches Gespräch. Es kommt auch immer wieder vor, dass ein Besucher am nächsten Tag noch einmal vorbeikommt und genauer nachfragt. Das sind natürlich die Höhepunkte, über die wir uns besonders freuen und für die wir dankbar sind. Einige haben sich auf ein sehr persönliches Gespräch eingelassen, gehen nachdenklich weiter, vielleicht auch beschenkt mit einem herausfordernden Buch.
Ein junger Mann kam ganz gezielt auf den Stand zu. Als ich ihn ansprach, sagte er: „Das ist der wichtigste Stand auf der ganzen Messe“. Es stellte sich heraus, dass er aus einer christlichen Familie kommt, das Wesentliche weiß, aber sich seit Jahren nicht zu einem vollen Ja zu Jesus durchringen kann. Leider ging er als Unentschlossener weiter.
Ein Mitarbeiter vom Evangelischen Oberkirchenrat sah sich unsere Bücher an und kritisierte unseren „Fundamentalismus und Kreationismus“. Am Ende des Gesprächs gab er aber zu, dass er zur Zeit in einer harten Diskussion mit seinen Söhnen zum Thema „Evolution und Schöpfung“ steht und froh um etwas Schützenhilfe ist. Daraufhin kaufte er sich ein nicht gerade billiges Buch zu diesem Thema.
Viele ausländische Gäste freuen sich einfach über einen Kalender mit Bibelworten in ihrer Muttersprache. Die Studenten nehmen gerne den „Kleinen Studienhelfer“ mit. Ab und zu kommt jemand und sagt: „Ich bin auch Christ“. Es ist schön, wenn sich andere Christen zu uns stellen und sich nicht unerkannt vorbei drücken.
Für mich und einen weiteren „Schwaben“ im Team, die in der Landesvermessung in Ludwigsburg bzw. Stuttgart arbeiten, war es dieses Jahr ein Heimspiel. Es kamen jeden Tag einige Kollegen vorbei, die sich teilweise sehr bereitwillig auf ein Gespräch einließen. Schön wäre es, daran mal wieder anknüpfen zu können.
Teamarbeit
Ich persönlich freue mich, im Team dabei sein zu dürfen. Es ist eine besondere geistliche Gemeinschaft, in dieser doch sehr offensiven Art, mit dem Evangelium auf Menschen zuzugehen. Man kann sich nach einem Gespräch kurz austauschen oder auch während des Tages still füreinander beten, wenn man sieht, dass ein anderer vom Team ein längeres Gespräch hat.
Die größte Gemeinsamkeit im Team ist unsere Liebe zu Jesus Christus. Daneben verbindet uns natürlich der Bezug zur Technik. Unser Gebet ist immer wieder, dass Gott uns mit den richtigen Gesprächspartnern zusammenführt. Nach dem Motto „deutlich, aber nicht aufdringlich“ möchten wir gerne über unseren Glauben an Jesus Christus reden und unser Gegenüber auch vielleicht zum Umdenken herausfordern. Beim Auf- und Abbau halfen Freunde aus dem DCTB, die in der Nähe wohnen. Auch das gemeinsame Schrauben verbindet. Ich habe es im Vorfeld schon einige Male erlebt, dass DCTB-Freunde um den genauen Termin wissen und im Gebet dahinter stehen. Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass unser Team noch um einiges größer ist als die Zahl der „Frontleute an der Wand“ in der Messehalle. Nur Gott kann es immer wieder schenken, dass wir auch auf innerlich vorbereitete Menschen treffen.
In der Businesswelt
Man kann sich fragen, ob sich für drei Messetage der große technische Aufwand, die Auf- und Abbauzeit und die ganze Vorbereitung im Siegerland und in Korntal lohnt. Und doch würde ich sagen, dass es eine besondere Chance ist, als „christliche Techniker“ auf diese Weise in der „Businesswelt“ zu stehen.
Solange diese Tür offen ist, wollen wir sie auch ganz zuversichtlich nutzen. Die Messegespräche haben eine interessante Mischung aus Anonymität und persönlicher Begegnung, die manchem Besucher helfen, sich recht schnell zu öffnen.
Sehr ernüchternd ist es zu sehen, wie wenige Menschen wirklich wissen, was der Kern des christlichen Glaubens ist. Und da konnte man am diesjährigen Modell sehr schön den Sinn des Kreuzes erklären.
Was uns motiviert, ist das Gleichnis vom Sämann. Das Evangelium hat seine ganz eigene Kraft. Unser Auftrag als Christen bleibt, dieses weiterzugeben und zu bezeugen. Es bleibt wie immer eine Saat auf Hoffnung.
