
![]() Leseprobe aus Das Fundament 1/2010
Mein Glaube – Vorbild für andereWinrich Scheffbuch lebt als Pfarrer i. R. mit vielfältigen Aufgaben versehen in Stuttgart. Auf der Hauptkonferenz 2009 in Rehe hielt er eine Bibelarbeit über die Stelle aus dem 1. Timotheusbrief, in der Paulus von seinem vorbildlichen Glauben spricht. Lesen Sie in dieser Mitschrift, dass es dabei nicht um unseren Glauben geht, sondern ganz allein um das, was Christus für uns getan hat. Das Thema der Konferenz lautet so schön: „Programmiert nach Gottes Plan.“ Ich bin über dieses Thema sehr erschrocken. Als ich heute Morgen noch mit meiner Frau durch die Wiesen spaziert bin, sahen wir die wunderbaren Gräser. Jeder Grashalm ist programmiert nach Gottes Plan. Aber mein Leben ist durch und durch von der Ichsucht und der Gottlosigkeit bestimmt. Ich möchte das in den Bibelarbeiten auf dieser Pfingstkonferenz näher beleuchten. Aber auch, dass wir voll des Heiligen Geistes werden. Der Jesusgeist möchte uns treiben und uns erfüllen bis in unsere Gedankenwelt und unsere Entscheidungen hinein. Und das, solange Sie leben. Bis zu Ihrer letzten Minute vor dem Sterben soll das ein Hunger und Durst sein: Jesus, ich will mehr von dir haben. Von deiner Kraft und deinem Lebensgeist. Dieser muss mich durchdringen. Die Reformationsschriften betonen, dass der Mensch von Natur dazu geneigt ist, Gott zu hassen. Das erstreckt sich bis in die letzten Zellen meines Lebens. Ist es nicht so, dass Sie morgens viel lieber die Zeitung als die Bibel lesen, auch wenn Sie ein reifer Christ sind? Sind wir wirklich programmiert nach Gottes Plan, wenn es um unseren Glauben geht? An TimotheusDie Grundlage für die Bibelarbeit heute Morgen legen wir mit einem Abschnitt aus dem 1. Timotheusbrief, wo Paulus von seinem vorbildlichen Glauben spricht. Paulus schreibt seinem jungen Mitarbeiter Timotheus, der ein ängstlicher Mensch war, kein Haudegen, keine Leiterfigur. Er war schwächlich und körperlich angeschlagen. Paulus spricht zu ihm als Vorbild: „Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Diese Botschaft vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, nach den Weissagungen, die früher über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft, einen guten Kampf kämpfst und den Glauben und ein gutes Gewissen hast. Das haben einige von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten. Unter ihnen sind Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie in Zucht genom-men werden und nicht mehr lästern“ (1. Timotheus 1, 12 - 20). Was dran istNeulich las ich eine christliche Zeitschrift, in der es immer wieder darum ging, „was heute dran ist“. Das ist gerade ein wenig Mode. Wir werden auch in unseren Gemeinden überschwemmt von einer Fülle von Aktionen: was wir politisch, sozial, diakonisch und missionarisch machen müssen. Wir reden über Strukturreformen und die richtige Organisation von Leiterschaft. In der urchristlichen Gemeinde ging es ganz ähnlich zu. Da war eine Fülle von ganz großen Programmen. Aus den Korintherbriefen wissen wir, dass dort besonders begabte Prediger aufgetreten sind, die der Gemeinde gesagt haben, was jetzt dran ist. Sie haben die Gemeinde zum Leuchten bringen wollen. Die Gottesdienste mussten strahlend und die Christen ein Vorbild für die anderen sein. Das Ziel war, nicht mehr alles so kümmerlich wie früher bei Paulus zu machen. Er brachte eben nur das Evangelium. Auch wir sind geneigt, immer etwas zu machen, wo die Welt aufschaut und hinhorcht. Im Galaterbrief lesen wir, wie die neugewordenen Christen ganz schnell verführt worden sind, durch das Gesetz dahin zu kommen, ganz viel zu tun, dass sie dadurch vorbildliche Christen sein würden. Paulus fährt mit eiserner Faust dazwischen. Er redete Fraktur. Klare Sprache: „Liebe Leute, ihr habt Christus verloren!“ Echter GlaubeWir werden in unserem Glauben niemals weiterkommen als bis zu Jesus Christus. Er soll die Mitte und Inhalt unseres Glaubens sein. So schreibt Paulus: „Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben“ (1. Timotheusbrief 1, 5). Der ungefärbte Glaube ist ein Glaube, der nicht kaschiert oder retouchiert ist, sondern ein ganz echter, kindlicher Glaube. Er äußert sich in einer unmittelbaren Hingabe an Jesus, ohne sich nach außen darstellen zu wollen. Ein Glaube, der durch und durch echt, ungeheuchelt ist. Und es geht gleichzeitig auch um die Liebe. Die Liebe, die Paulus zum allergrößten zählt. Da geht es nicht um meine sympathische Art. Die größte Liebe, die Menschen je hervorgebracht haben, ist kümmerlich gegenüber der Jesusliebe. Die Liebe, die von Christus ausgeht und uns durchdringt, die uns ergriffen hat und in unser Herz ausgegossen ist. Glaube ist, dass Jesus mich gefunden und ergriffen hat. Und seine Liebe zu mir treibt mich hin zum Nächsten. Der ungeheuchelte Glaube ist die Liebe von Jesus, die mich erfüllt. Vorbildlicher GlaubeWas ist eigentlich vorbildlich an unserem Glauben? Wenn ich mit jungen Menschen zusammentreffe, sagen sie mir fast einstimmig: „Ich möchte gar nicht predigen, sondern mit meinem Leben überzeugend wirken.“ Das ist gut gemeint. Aber geht das überhaupt, wie Jesus anderen vorzuleben? Unsere Zeit kennt viele steile Sprüche, die an die Stelle des Glaubens getreten sind. Sicherlich sind sie gut gemeint. Aber sie sind nicht durchzuhalten. Wenn Paulus vom Glauben redet, bekennt er sich dazu, dass Christus die Mitte seines Lebens ist, dass er in allen Stunden seines Lebens total vom Heiland Jesus Christus abhängig ist. Jesus bezeugte das Evangelium auf dem Laubhüttenfest in Jerusalem ganz schlicht: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke.“ Und: „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes, 7 37 - 38). Dein Leben hat Auswirkungen und Frucht, wenn Du an Jesus dran bleibst. Du musst mit Jesus ganz fest verbunden bleiben. Es geht nicht um Programme, sondern um Jesus. Paulus schließt den Abschnitt ab, indem er ausruft: „Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen“. Da bleibt auch nicht ein bisschen übrig, wo wir uns rühmen könnten. Weder unsere Gemeindeform noch unsere Entdeckungen, weder unsere Heiligung noch unsere Frömmigkeit, auch nicht unser konsequentes Nachfolgeleben haben hier Platz. Ehre sei dem Gott, der der Herr ist, der Erlöser und Retter der Welt. Jesus findet MenschenAuf diesem Hintergrund begreift Paulus sein Leben als ein unbegreifliches Wunder: „Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren.“ In der Auswahl für eine Fußballweltmeisterschaft geht es immer um die besten Spieler. Nur die Besten kommen ins Team. Auch in den Firmen zählen nur die Besten. Gott stellt seine Mannschaft ganz anders zusammen. Als einen seiner wichtigsten Mitarbeiter hat er einen genommen, der mit der ganzen Kraft seiner Theologie und Person gegen Christus gekämpft hat. Der von einem unermesslich antichristlichen Hass erfüllt war. Paulus hat Menschen umgebracht, weil sie an Jesus geglaubt haben. Aber mit solchen Leuten baut Gott sein Reich. Paulus rühmt das Wunder seiner Erwählung bis zu seinem Lebensende. So heißt es auch in einem Lied: „Ich bin von selbst dich wohl nicht suchen gangen.“ Wir wollen es allen weitererzählen, dass das Vorbildliche an meinem Glauben nicht das ist, was ich bin oder mir einbilde, was ich sei, auch nicht meine Redegabe, Cleverness oder Ausstrahlung. Das Vorbild meines Glaubens, das Typische, das Modellartige ist, dass ich erwählt bin. Ein Wunder in meinem Leben. Mein Leben ist ein Wunder der göttlichen Barmherzigkeit, des göttlichen Almosens. Das, was nur die Gescheiterten bekommen, das ist mit mir geschehen. Deshalb hat Paulus Christus vor die Augen seiner Zuhörer gemalt. Dieser Jesus am Kreuz, dem die Nägel durch die Hände gehen, will den einen Verbrecher am Kreuz noch mitnehmen. Jesus hat eine Leidenschaft, gestrandete und unwürdige Menschen zu retten. Je länger wir in der Nachfolge stehen, umso größer muss uns dieses Geheimnis werden. Jeden Morgen ist es mir das größte Wunder, dass die Gnade Gottes mit mir nicht aufhört. Das gilt für jeden, für Eltern, die an ihren Kindern schuldig werden, aber auch für Gemeindeleiter. Gottes Gnade macht uns stark. Wir selber sind doch gar nicht so stark, sondern sind durch eine kleine Versuchung des Teufels ganz leicht umzuwerfen. In der Justizvollzugsanstalt Heimsheim, die ich immer wieder einmal besuche, kommen bis zu 50 Männer zur Bibelstunde. Darunter sind viele Mörder. Es ist wunderbar, ihnen sagen zu können, dass wir keinen Hauch besser sind als sie. Wir wurden nur durch den Herrn bewahrt. Viele dieser Männer sagen von sich, dass es besser mit ihnen wird, wenn sie aus der Haft entlassen werden. Aber ich sage ihnen dann: „Nur wenn du dich den starken Händen Jesu anbefehlen kannst, wirst du bewahrt werden. Andernfalls läufst du gleich in die nächste Pfütze, in die nächste Abhängigkeit hinein.“ Reden von Christus„Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt.“ Es geht hier um das Amt. Um den Auftrag, Zeuge Jesu, Missionar zu sein. Von seiner Gnade und Barmherzigkeit soll ich weitersagen. Der Herr will Leute aus uns machen, die gerne seine Gebote erfüllen und von Herzen auf seinen Wegen gehen. Er will uns die Gewissheit des Glaubens geben und erhalten. Ludwig Hofacker, nach dessen Name unsere Kirche in Stuttgart benannt ist, war sehr krank. Er hielt nur etwa 100 Predigten. Aber lesen Sie seine Predigten! Spannend sind sie nicht. Sie sind trocken. Ohne Beispiele. Sie sind aber biblisch. Beim Lesen dieser Predigten erschloss sich mir, warum die Leute zu seinen Gottesdiensten strömten und sogar draußen vor den Fenstern standen, wo sie seine schwache Stimme kaum verstanden. Hofacker sprach davon, dass er gar nicht glauben könne. Wie schwach er doch selber sei. Aber er halte sich an den, der die zum Tode Verurteilten begnadigen und die Betrüger retten will. An diesen Jesus wolle er sich halten. Das sei ihm die Kraft für seinen Glauben. Und davon redete Hofacker. Das war sein Amt. Davon zu reden, was Christus in seinem Leben getan hatte, wie Jesus seine ganze Kraft war. In ChristusIch glaube nicht, dass wir heute im Westen wirklich wachsende Gemeinden haben. Die Zahl der Gläubigen geht eher zurück. Wir sehen eher Umschichtungsgemeinden. Heute erleben wir eine dramatische Glaubensschwindsucht. Und kann es nicht ein Grund sein, dass wir in unseren Gemeinden das, was Paulus in die Mitte rückt, das typisch Modellartige, dass eben Christus in meinem Leben ein und alles ist, verloren haben? Wieviel Fassade ist doch da, auch wenn viel von Werten gesprochen wird. Wie hohl ist aber des Menschen Herz. Werte können doch erst wachsen, wenn Christus uns ergriffen hat. Und die Krämerseele der Managergehälter, dieses Habenwollen, ist doch in uns allen! Paulus bezeugt, dass Christus ihn stark gemacht hat. 164 Mal kommt die Formulierung, „in Christus“ im Neuen Testament vor. Diese Redeweise hat Paulus „erfunden“. Die gibt es nicht im profangriechischen Umfeld. Paulus hat etwas erfunden, was mit einer weltlichen Sprache nicht gesagt werden kann. Aber das war für seinen Glauben typisch, vorbildlich. Das, was ich bin, will ich nur noch „in Christus“ sein, so wie die Rebe am Weinstock, so fest mit ihm verbunden zu sein. Und das bekennt Paulus unabhängig von seiner äußerlichen Lage, ob als Gefangener, als Prediger oder als jemand, der seine Krankheit aushalten musste. Er wollte in Christus sein. Darum konnte er sich auch in seinem Leiden freuen. Und er schreibt seinen Gemeinden: „Freut euch in dem Herrn alle Wege!“ (Philipper 4, 4). Ohne Christus geht nichts, aber mit ihm alles. Er ist meine Kraft und Stärke und meine Vollmacht. Paulus hatte nie ahnen können, was aus seinem Dienst in Europa geworden ist. Er sah nur die kleinen Anfänge. So sehen wir auch oft nicht die Frucht unseres Lebens. Das ist auch gut so. Aber was Gott wirken kann in seiner Güte durch Menschen, die sich ihm ganz ausliefern, das ist oft überraschend. Das bewirkt der Glaube. Der Glaube besteht ja aus zwei Dingen. Zum einen aus dem großen Vertrauen, dass Christus das Einzige ist, was meinem Leben Bedeutung gibt, und zum andern aus dem Gehorsam, aus der Nachfolge Christi. Unsere Glaubenstärke liegt also darin, in und mit Christus zu leben und ihm in unserem Leben Raum zu geben. Der Geist wirktPaulus hat sich nicht geniert, ganz offen zuzugeben, dass sein Wollen und Vollbringen ganz weit auseinanderklaffen. Er spricht in Römer 7 von einem Gesetz in seinem Innern, das sich gegen Christus sperrt. Die einzige Möglichkeit, aus diesem elenden Zwiespalt herauszukommen, war Jesus: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde“ (Römer 7, 24 - 25). Wenn uns Gottes Geist erfüllt hat, dann sind wir Gottes Kinder. Gottes Geist treibt mich. Auch wenn in meinem Leben viele Pannen passieren, der Geist gibt meinem Geist Zeugnis, dass ich Gottes Kind bin. Und durch seinen Geist wirkt Christus Frucht. Die Ströme des Heiligen Geistes gehen durch unsere Schwächen hindurch. Friedrich von Bodelschwingh wurde in nur 30 Tagen von Hitler aus dem Amt des Reichsbischofs hinausgeboxt. Dann widmete er in aller Demut sein Leben den Schwerstbehinderten. Die Gläubigen brachten ihm im damaligen Kirchenkampf die größte Achtung entgegen. Er war ein Jesusmensch durch und durch. Und so bekennt er in seinem Lied: „Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha!“ Darüber wollen auch wir in keinem Stück hinauswachsen. Nichts von eigener Ehre, eigenem Können, eigenen Programmen und Ideologien soll mehr im Zentrum stehen. Das ist heute dran: dass Christus wieder die Mitte in unserem Leben ist. Seine Dynamis, seine Kraft treibt mich. So wie das Benzin im Motor den Verbrennungsprozess auslöst, so soll Christus in uns wirken. Nicht mein Streben, Wollen und Tun sind es. Durch unsere Gaben und Fähigkeiten können wir keinen Menschen zum Glauben an Jesus überreden. Das ist noch nie passiert. Nur durch das Licht des Heiligen Geistes geschieht dieses Wunder. Ohne Geist ist jede Arbeit sinnlos, umsonst. Aber der Geist wirkt durch verlorene und verdammte Menschen. Das ist auch das Wort eines Paulus an Timotheus. Paulus sagt ihm nicht, dass er in die Weite wirken soll, in die Gesellschaft und Politik hinein. Er weiß um den Auftrag, Menschen mit Jesus in Verbindung zu bringen. Nur dieser Auftrag hat eine Verheißung, nur er ist von Jesus befohlen. Denn Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Diesen Dienst dürfen wir alle ausüben. Egal, wo wir sind. Natürlich wird dann auch die Welt etwas vom Licht und Salz erleben. Aber immer nur so, dass Christus im Herzen von Menschen Raum gewinnt. Dass sein Erbarmen sich in den Herzen von Sündern manifestiert. Sein Blut macht rein von aller Sünde. Und wenn ich weiß, aus welchen dämonischen Tiefen sich Sünde nähren kann, dann ist für mich das Reden vom Blut Jesu kein alter Begriff, sondern Kernwort des Evangeliums. Jesus macht frei und erneuert. Paulus weiß darum. Jesus - nein danke!„Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war.“ Paulus hatte keine kriminelle Vergangenheit. Er lebte im Gesetz untadelig. Aber er war ein Lästerer. Die schlimmste Sünde ist, Jesus wegzustoßen. Paulus ist deutlich geworden, dass er vor lauter Gerechtigkeit Jesus, den von Gott gesandten Retter, von sich gestoßen hatte. Und das geschieht auch in der Wohlstandsgesellschaft Deutschlands. Alles wollen wir selber machen. Und Jesus wird beiseite geschoben. Aber er will trotzdem auch heute mächtig wirken, wenn Menschen beten und die Hände nach ihm ausstrecken. Jesus hat Paulus vor Damaskus gefunden. Und wir haben unser Damaskuserlebnis erst, wenn wir sehen, was Jesus für uns persönlich tat, wenn Jesus sagt; „Das tat ich für dich!“ Jesus fand Paulus, der, so wie er Timotheus schreibt, der „erste unter den Sünder“ ist. SündeIch habe auch immer wieder versucht, als Prediger diesen Begriff „Sünde“ moderner zu übersetzen. Darum geht es aber in erster Linie nicht. Es geht um die Sache an sich, die den Leuten nicht schmeckt. Der moderne Mensch ist so stolz, dass er einfach nicht hören will, dass er Sünder ist. Aus diesem Grunde hat er aus der Sünde einen Witz gemacht. Aber was die Bibel unter Sünde meint, dass der Mensch von Natur aus ohne Gott verloren ist, dass will man nicht hören. Und nur Jesus ist derjenige, der uns aus der Todesverfallenheit unseres Lebens rettet. In ihm darf ich mich dann auch geborgen wissen, ob in Krankheit oder anderen Nöten des Lebens. Modell: Errettung„Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben.“ Ich bin das Vorbild, das Modell, so schreibt Paulus, wie man errettet wird. Nur so, wie ich, kann jeder Mensch, egal aus welcher Kultur, errettet werden: durch die Barmherzigkeit Gottes. Es gibt keinen anderen Weg, auch nicht durch Gutestun, egal, wie viel es auch sei. Auch in der Missionsgeschichte hat man versucht, Modelle zu entwickeln, wie man Menschen zu besseren Christen macht. Aber oft wurden am Ende nur Scheinchristen produziert. Die Botschaft vom gekreuzigten Jesus ist bis heute die einzige Kraft, die vor allem Muslime zu Jesus zieht. Diskutieren Sie niemals mit Muslimen über den Islam. Sie schlagen alle Türen zu, so recht Sie auch haben mögen. Eine Frau sagte, sie habe den Koran gekauft, um Muslime zu Jesus zu führen. Daraufhin bekam sie zur Antwort, sie solle doch bitte nur davon erzählen, was sie an Jesus habe. Dass Jesus uns lieb hat, das wollen wir erzählen. Diese Liebe wird jeden Muslim überwältigen, denn er kennt nur Kälte, Härte und hat keine Vergebung und Heilsgewissheit. Erneuerung ist nur unter dem Kreuz von Jesus möglich. Das gilt für alle Menschen, auch für die in Deutschland. Das gilt für unsere Kollegen, denen wir erzählen können, wie Jesus Herr über unsere schmutzigen Gedanken wurde. Das wird bei unseren modernen, autonomen und stolzen Zeitgenossen seine Wirkung haben. Das wird nicht spurlos an ihnen vorübergehen. Da werden wir eine Botschaft hinterlassen, die von großer Bedeutung ist. Auch Paulus genierte sich nicht, die Botschaft vom Kreuz zu den Menschen seiner Zeit zu bringen. Zu seiner Zeit wurden alle Perversionen noch extremer gelebt als heute. Es galten nur Macht und Lust. Aber die Botschaft vom Kreuz zieht, da ist Kraft drin. Ein Vorbild für andere zu sein, bedeutet nicht, fehlerlos zu sein. Das wollen wir den Menschen nicht erzählen. Sondern wir wollen von Jesu Geduld, die er mit uns hatte, berichten. Dass er mich nicht verstößt, auch wenn ich mich verrannt habe. Der Jesusglaube kommt aus dem persönlichen Zeugnis, dass Jesus mich gerettet hat. Herausforderung„Diese Botschaft vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, nach den Weissagungen, die früher über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft, einen guten Kampf kämpfst und den Glauben und ein gutes Gewissen hast.“ Paulus sagt seinem jungen Mitarbeiter, dass er kämpfen solle. Es ging darum, diese gute Botschaft unter die Leute zu bringen. Es ist ein Kampf, denn der Teufel möchte mit allem Nachdruck verhindern, dass Menschen diese Botschaft hören. Was ist denn nun nach dem Plan Gottes programmiert in Bezug auf unser Thema? Nach dem Plan Gottes ist programmiert, dass durch dieses Evangelium Menschen gerettet werden bis zur Wiederkunft Jesu. Das wird die Kraft sein, das wird ziehen. Wir wollen es mit eigenen Worten sagen. Aus unserem Leben erzählen. John Bunyan erzählt, wie ein Mensch mit der Last auf dem Rücken in den Sumpf der Verzagtheit gerät. Er strampelt und rudert und findet keinen Boden unter den Füßen.So geht es auch vielen Menschen heute: sie haben keinen Boden mehr unter ihren Füßen, alles bricht ihnen weg. Auch die Finanzkrise hat das ihre dazu getan. Dann kommt der Evangelist, so erzählt Bunyan weiter, und sagt dem verzweifelten Menschen, dass in dem Sumpf Steine versenkt worden seien. Man hat wohl schon viel Schotter in den Sumpf versenkt, um ihn trocken zu legen, aber es half alles nichts. Aber es gibt einzelne Steine, die Verheißungen Gottes, auf denen man auch im Sumpf sicher laufen kann. So kommst du aus diesem Sumpf heraus und kannst deinen Weg fortsetzen, bis du unter dem Kreuz deine Last abwerfen kannst. Es geht nicht um unseren Glauben, sondern um die starke Hand von Jesus, in der unsere zitternde Hand ruht. Dort kann sie niemand mehr herausreißen. Toll ist dieses Wissen: das ist mein Glaube. Er ruht ganz geborgen in Jesus. Zum Nachhören im Internet: www.dctb.de/dctb/medien/audios.php?sortierung=mp3 |
|
|
Deutscher Christlicher
Techniker-Bund e.V. Postfach 11 22
70807 Korntal-Münchingen |